Wechseljahre am Arbeitsplatz - Tabuthema oder Karrierehemmnis?
Im Juni hat das P30-Team vom Personalamt eine Onlineveranstaltung zum Thema „Wechseljahre am Arbeitsplatz – Tabuthema und Karrierehemmnis?“ mit Anke Sinnigen abgehalten. Das Interesse war enorm und der Vortrag informativ, anregend und kurzweilig.
Inhaltsverzeichnis
Am 11. Juni 2025 hatte das Team P30 im Rahmen des Themenjahres „Alter / Mit Erfahrung in die Zukunft“ einen Online-Impulsvortrag zum Thema Wechseljahre im Arbeitskontext organisiert. Rednerin war Anke Sinnigen (Unterstützung für deine Wechseljahre auf wexxeljahre.de).
Mit weit über 400 Teilnehmenden war das Interesse beachtlich, was uns natürlich sehr freut und auch zeigt, dass es zu diesem Thema großen Informationsbedarf gibt. Der Vortrag war ein Beitrag der FHH als Arbeitgeberin dazu, das Thema Wechseljahre zu enttabuisieren und Möglichkeiten des positiven Umgangs damit am Arbeitsplatz aufzuzeigen.
„Die Wechseljahre zählen zu den letzten Tabuthemen in unserer Gesellschaft“, sagte Anke Sinnigen, obwohl alle Frauen in die Wechseljahre kommen. Dennoch fehlt es häufig an Informationen rund um die Wechseljahre und die gesundheitlichen Herausforderungen, die diese mit sich bringen können. Frauen trauen sich zudem häufig nicht, über Beschwerden zu sprechen, um nicht als weniger leistungsfähig oder belastbar wahrgenommen zu werden. Dennoch fehlt es häufig an Informationen rund um die Wechseljahre und die gesundheitlichen Herausforderungen, die diese mit sich bringen können.
Genau aus diesen Gründen, aber auch weil wir in einer alternden, betroffenen Gesellschaft leben, lohnt es sich, über das Thema Wechseljahre gut zu informieren und auch darauf zu schauen, was am Arbeitsplatz zur Unterstützung getan werden kann.
Im Rahmen eines bewussten betrieblichen Gesundheitsmanagements lohnt es sich, das Thema aufzugreifen. Doch auch aus Arbeitgeberinnen-Perspektive ist es wichtig, Themen wie diese nicht auszuklammern. Als attraktive Arbeitgeberin will die FHH ihre Mitarbeitenden langfristig binden. Dafür ist eine positive, gesundheitsförderliche Arbeitskultur unverzichtbar.
In ihrem Vortrag ging Anke Sinnigen auf mögliche Symptome, wie beispielsweise Hitzewallungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Schwindel, aber auch Brain Fog (Konzentrationsstörungen, geistige Verlangsamung, Vergesslichkeit, Verwirrtheit oder ein allgemeines Gefühl von „Benommenheit“) und veränderten Stoffwechsel sowie Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung ein. Zudem stellte sie die vielfältigen Beeinträchtigungen, die die Wechseljahre mit sich bringen können und die möglichen Herausforderungen dar, die sich daraus für Betroffene am Arbeitsplatz ergeben, dar und beschrieb mögliche Maßnahmen, um die Situation für betroffene Frauen zu erleichtern. Zum Beispiel: Flexible Arbeitszeiten, Sensibilisierung, Entspannungstechniken, Power Napping oder individuelle Temperaturregelung.
Es wurde deutlich, dass sich Beschwerden auf das Wohlbefinden auswirken. Manchmal fühlen sich Frauen alleingelassen, fürchten Benachteiligung oder haben ein negatives Selbstwertgefühl. Wechseljahressymptome beeinflussen Entscheidungen bzgl. des beruflichen Werdegangs wie zum Beispiel Stunden zu reduzieren, eine Auszeit zu nehmen, die Stelle zu wechseln oder sogar früher in Rente zu gehen.
Der angeregte Austausch vor und während der Veranstaltung zeigt, wie groß der Gesprächsbedarf ist. Es lohnt – nicht nur für Frauen – sich über die Auswirkungen der Wechseljahre zu informieren, denn mitunter können schon kleine Veränderungen viel Erleichterung bringen und dazu beitragen, dass Beschäftigte möglichst lang und vor allem gesund im aktiven Dienst bleiben.
Weitere Informationen
Buchtipps:
- Anke Sinnigen, Wechseljahre. Das Upgrade.
- Sheila de Liz, Women on fire. Alles über die fabelhaften Wechseljahre.
Podcasts: