Amtsfluencer: Ist das Kunst oder wie hilft es mir für meinen Job?
Ist corporate influencing nur ein neuer Social Media Hype oder braucht die FHH auch Amtsfluencer:innen? Und was genau bringt das eigentlich für meinen Job?
Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok – dort posten Leute, wie ihr Frühstück aussieht, wie sie sich ihre Zehennägel lackieren oder laden 15‑sekündige Tanzvideos zum nachmachen hoch; daneben gibt es auch noch die Business-Plattformen wie Xing (gibt’s das noch?) und LinkedIn – da wird über Unternehmenswerte, Führungskultur und warum die Kaffeemaschine im Büro unerwartet Produktivität fördert gesprochen. Und plötzlich bin ich Amtsfluencer und mache mit! Also nicht mit Nägel lackieren, aber regelmäßig auf LinkedIn posten.
Was soll das mit Amtsfluencer:innen und warum mache ich das jetzt auch?
Warum habe ich mich darauf beim Personalamt beworben? Weil ich der festen Überzeugung bin, dass Verwaltung so viel mehr ist als ihr etwas angestaubter Ruf und mir in meinem Job helfen kann. Im Amt 4 „Hamburgweite Dienste und Organisation“ der Behörde für Finanzen und Bezirke nehmen wir Steuerungs- und Dienstleistungsaufgaben für die Behörden und Dienststellen der FHH wahr. Ich darf mit meinem zehnköpfigen Team gemeinsam die folgenden Themen bewegen:
- Organisationsentwicklung
- Prozessmanagement
- Projektmanagement
- Betriebswirtschaftlicher Grundsatz
Wir entwickeln Standards, vernetzen Akteur:innen zu den unterschiedlichen Themen und beraten sie. Dabei ist unser Ziel immer, die Organisationen zu stärken und die handelnden Personen in die Lage zu versetzen in ihrem eigenen Haus, auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten, zu agieren. Das Vermitteln von Methodenkompetenzen nimmt dabei eine große Rolle ein. So beraten wir beispielsweise Projekte wie die Hamburger Olympiabewerbung oder das Projekt Digitale Zwillinge, wir unterstützen Organisationsentwicklungsmaßnahmen mit finanziellen Mitteln aus dem Effi-Fonds oder beraten zu dem Aufbau eines strategischen Geschäftsprozessmanagements.
Habe ich wirklich was davon Amtsfluencer zu sein?
Für mich bedeutet Organisationsentwicklung auch, neue Dinge auszuprobieren, neue Pfade betreten und dann aber auch kritisch zu hinterfragen, ob es einen Mehrwert hat. Und wie sieht das jetzt bei LinkedIn aus? Für mich ist es total spannend, mich zu meine Themen auf auszutauschen. Einblicke von Außen, der Austausch mit anderen Verwaltungen deutschlandweit aber auch in der gesamten DACH-Region und die ein oder andere kritische Äußerung helfen mir, meine Themen für die FHH weiter zu treiben und zu entwickeln. Durch das Amtsfluencer:innen-Programm sind jetzt schon tolle und gewinnbringende Kontakte entstanden.
Ein zusätzlicher Benefit ist, neben dem Austausch zu meinen fachlichen Themen, einen authentischen Einblick in die Welt der FHH zu geben. Das sind nämlich neben den reinen Inhalten auch Emotionen, Geschichten und Erlebtes. Dinge die Lesende fesseln und dazu animieren mit mir zu Diskutieren, meine Beiträge zu kommentieren und vielleicht auch ein Treffen zu organisieren. Und dazu animieren sicherlich nicht nur das magische PM-Dreieck oder ein schöner Prozess in der BPMN-Notation (ich weiß, hat auch total Charme).
Fazit
Ist Corporate Influencing Kunst oder kann das weg? Es ist sowohl Kunst als auch relevant für meinen Job.