Was ist eigentlich Gender Mainstreaming?
Gender Mainstreaming ist ein strategischer Ansatz, um die Gleichstellung aller Geschlechter systematisch in allen Politikfeldern zu verankern.
Inhaltsverzeichnis
Beim Gender Mainstreaming wird geprüft, welche Auswirkungen Maßnahmen, Programme oder Gesetze auf unterschiedliche Geschlechter haben – und wie diese so gestaltet werden können, dass sie fair und wirksam sind. Gleichstellung wird somit nicht als Zusatzaufgabe behandelt, sondern von Anfang an als Querschnittsthema in Entscheidungs- und Haushaltsprozessen mitgedacht.
Gender Mainstreaming ist ein Leitprinzip für jede Fachpolitik und betrifft uns alle!
Verfassungsauftrag und Hamburger Leitziele
Gleichstellung ist kein „nice to have“, sondern ein klarer Auftrag aus Artikel 3 des Grundgesetzes und Artikel 3 der Hamburger Verfassung: Wir sind verpflichtet, auf die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern hinzuwirken.
Der Senat hat dazu im Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm „Zusammen für mehr Gleichstellung in Hamburg“ Leitziele entwickelt, die in den Fachbehörden umgesetzt werden sollen, zum Beispiel:
- Gleichberechtigte Teilhabe an Gestaltung, Entscheidungen und Gütern
- Abbau von Geschlechterstereotypen und Rollenerwartungen
- Geschlechtergerechte Verteilung öffentlicher Mittel und staatlicher Leistungen
- Ausgeglichene Verteilung von Belastungen wie Sorgearbeit
Wie können Sie Ihre Projekte und Maßnahmen gendergerecht konzipieren?
Im Rahmen des EU-Gender Flagship Projekts „Gender Mainstreaming in Public Policy and Budget Processes (2022–2025)“ wurden die Hamburger Instrumente des Gender Mainstreamings weiterentwickelt, um sie wirksam in Entscheidungs- und Haushaltsprozesse zu integrieren.
Daraus entstanden sind eine Gender-Checkliste und ein Kurz-Leitfaden, die Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.
Die Checkliste und der Praxisleitfaden
Mit der dynamischen Checkliste zur Entwicklung und Überprüfung gleichstellungsrelevanter Ziele und Kennzahlen können Sie entsprechende Ziele und Kennzahlen erarbeiten und überprüfen. Der Leitfaden zeigt in sechs Schritten, wie Gleichstellung messbar wird – mit vielen Praxisbeispielen.
Wenn Sie Daten zur Lebenssituation von Frauen und Männern suchen, nutzen Sie:
- den Hamburger Gleichstellungsmonitor,
- den Digitalen Gleichstellungsatlas des Bundes,
- die europäische Datenbank des Europäischen Instituts für Gleichstellung (EIGE).
Woran arbeitet das Referat Frauen und Gleichstellung (BWFG) im Jahr 2026?
Für die neue Förderphase des Projekts „Gender Mainstreaming in Public Policy and Budget Processes“ (2025–2027) wird eine Schulung zum Gender Mainstreaming konzipiert. Ziel ist es, die Genderkompetenz in der Hamburger Verwaltung weiter zu stärken und Beschäftigte aller Fachbereiche dabei zu unterstützen, Gleichstellungsaspekte noch bewusster und sicherer in ihre tägliche Arbeit zu integrieren.
Anhand von Beispielen und interaktiven Übungen sollen die Teilnehmenden erfahren, wie Gleichstellung Schritt für Schritt gelingt. Über die Umsetzung der Schulung werden wir rechtzeitig informieren.
Ausblick: Neue Ausgabe des Gleichstellungsmonitors
Wie steht es um die Gleichstellung in Hamburg? Der Hamburger Gleichstellungsmonitor macht Fortschritte sichtbar, liefert Daten zur Erkennung von Handlungsbedarfen und unterstützt die gezielte Steuerung von Maßnahmen. Die nächste Ausgabe erscheint im Sommer – mit aktuellen Zahlen und neuen Einblicken.
Links
- Dynamische Checkliste zur Entwicklung gleichstellungsfachlicher Ziele und Kennzahlen
- Leitfaden zur Entwicklung von Zielen und Kennzahlen mit Beispielen (PDF)
- Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm
- Gleichstellungsmonitor
- Gender Budgeting – Gleichstellungswirksame Haushaltssteuerung
Geschrieben von
Ann-Kathrin Grützmacher
Referatsleitung, Frauen und Gleichstellung