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Stand: 30.07.2025, 00:00

Allein unter Kolleg:innen? Einsamkeit am Arbeitsplatz erkennen und vorbeugen

Einsamkeit betrifft nicht nur das Privatleben. Auch im Arbeitsleben haben manche Beschäftigte das Gefühl, einsam zu sein - selbst bei der Arbeit im Team. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit, Motivation und Mitarbeitendenbindung.

Mann sitzt alleine im Büro und beobachtet nachdenklich seine Kollegen und Kolleginnen
© Canva/KI

Einsamkeit im Job: Ein unterschätztes Phänomen

Einsamkeit am Arbeitsplatz ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles. Studien zeigen: Elf Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland fühlen sich im Job einsam. Unter Führungskräften sind es sogar 15 Prozent. Ein ernst zu nehmendes Thema für Arbeitgebende, denn Einsamkeit kann krank machen, das Engagement verringern und zur inneren Kündigung führen.

 

Wer ist besonders betroffen?

Laut der Studie von Mystery Minds und YouGov (2024) ist Einsamkeit kein Randphänomen. Besonders betroffen sind:

  • Junge Beschäftigte: 40 Prozent der 18- bis 34-Jährigen und 36 Prozent der 35- bis 44-Jährigen wünschen sich mehr soziale Kontakte im Job.
  • Führungskräfte: 15 Prozent fühlen sich einsam; mehr als Personen ohne Führungsverantwortung (hier sind es 10 Prozent).
  • Remote-Arbeitende: Auch wenn 72 Prozent der Menschen mit reinen remote Tätigen ihre Arbeit als zufriedenstellend bewerten, fühlt sich ein erheblicher Teil (14 Prozent) einsam.
  •  Männer: Frauen schätzen soziale Beziehungen im Job deutlich höher ein als Männer (74 Prozent vs. 64 Prozent).

Ursachen: Wann Strukturen verbinden oder trennen

Sozial isolierende Arbeitsbedingungen, der Eindruck immer alleine zu arbeiten oder ein toxisches Umfeld können dazu führen, dass selbst ansonsten soziale Menschen sich einsam fühlen.

Einsamkeit am Arbeitsplatz entsteht, wenn...
… man sich nicht als Teil des Teams erlebt.
… Unterstützung fehlt - sowohl fachlich als auch menschlich.
… das Gefühl aufkommt, „nicht gesehen“ zu werden.
… digitale Zusammenarbeit nicht durch echtes Miteinander ergänzt wird.

Was hilft?

Um Einsamkeit bei Mitarbeitenden zu verhindern oder zu mildern, können Füh- rungskräfte folgendes tun:

  • Psychologische Sicherheit schaffen: Mitarbeitende sollten das Gefühl haben, sie selbst sein zu dürfen, ohne Maske oder Angst vor Ausgrenzung.
  • Soziale Begegnung fördern: Teambuilding-Aktivitäten, Patensysteme und interdisziplinäre Projekte stärken den sozialen Zusammenhalt.
  • Hybrides Arbeiten bewusst gestalten: Remote-Phasen brauchen Ausgleich durch persönliche Begegnungen.
  • Sich gezielt fortbilden: Wer führt, sollte für Anzeichen von Isolation geschult sein – insbesondere bei jungen oder neuen Mitarbeitenden.

Fazit: Einsamkeit erkennen, heißt Verbindung ermöglichen

Einsamkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Warnsignal für fehlende soziale Integration. Wer Beschäftigte langfristig binden und eine leistungsfähige Verwaltung sichern will, sollte auch auf zwischenmenschliche Verbundenheit achten. Eine starke Verwaltung beginnt mit starken Beziehungen: Ob im Büro, digital oder dazwischen.

Quellen